Deutsche Tinnitus-Liga unterstützt Stellungnahme des Deutschen Schwerhörigenbundes zum Teilhabebericht

Deutsche Tinnitus-Liga unterstützt Stellungnahme des Deutschen Schwerhörigenbundes zum Teilhabebericht

von Regine Zille

Belange von lautsprachlich orientierten Schwerhörigen werden zu wenig berücksichtigt

(Wuppertal, 20.11.2013) Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) unterstützt die Stellungnahme des Deutschen Schwerhörigenbundes e. V. (DSB) zum Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen. Insbesondere kritisiert auch die DTL, dass im Teilhabebericht die spezifischen Bedürfnisse lautsprachlich orientierter schwerhöriger und ertaubter Menschen zu wenig Berücksichtigung finden.

Weder der Deutsche Schwerhörigenbund noch die Deutsche Tinnitus-Liga wurden in die Erstellung des Teilhabeberichts mit einbezogen, obwohl der Bericht für sich reklamiert, dass „in Erfüllung der Verpflichtung aus der UN-Behindertenrechtskonvention“ „die Perspektive und Expertise von Menschen mit Behinderungen und der sie vertretenden Organisationen von Anfang an in den neuen Teilhabebericht eingeflossen“ seien. Stattdessen stellt die DTL – wie auch der DSB – fest, dass sich die Passagen des Teilhabeberichts, die sich mit der Situation von Menschen mit Hörschädigungen beschäftigen, sehr stark auf die Belange von gebärdensprachlich orientierten gehörlosen Menschen beziehen. Die Bedürfnisse lautsprachlich orientierter schwerhöriger oder ertaubter Menschen, die sich von Gehörlosen häufig signifikant unterscheiden, finden im Bericht kaum Erwähnung.

„Vor dem Hintergrund, dass Tinnitus sehr oft auch mit Schwerhörigkeit einhergeht – 70 bis 80 Prozent der Mitglieder der DTL sind gleichzeitig leicht- bis mittelgradig schwerhörig – versteht sich die Deutsche Tinnitus-Liga auch als Interessenvertretung für die Belange schwerhöriger Menschen. Es ist für uns nicht akzeptabel, dass deren Bedürfnissen im Teilhabebericht der Bundesregierung nicht ausreichend Rechnung getragen wird“, sagt DTL-Geschäftsführer Michael Bergmann.

Themen, die sich auf die Teilhabe schwerhöriger und ertaubter Menschen in der Gesellschaft beziehen, wie zum Beispiel Hilfsmittel und deren Finanzierung oder konkrete Maßnahmen zum Behinderungsausgleich am Arbeitsplatz, bleiben weitgehend außen vor. So werden wichtige Hilfen für Schwerhörige wie Hörgeräte, Cochlea-Implantate, Übertragungsanlagen oder Schriftdolmetscher überhaupt nicht erwähnt. Ferner fehlen im Teilhabebericht Hinweise auf notwendige Maßnahmen dazu, wie Teilhabe und Barrierefreiheit für schwerhörige und ertaubte Menschen erreicht – und nicht zuletzt finanziert werden können. Die UN-Behindertenrechtskonvention steht unter dem Motto „Nichts über uns ohne uns!“ – leider kommt die Bundesregierung dieser Verpflichtung zur Beteiligung von Menschen mit Handicap nicht ausreichend nach.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)

Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 14.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss weltweit und zum anerkannten Partner des Gesundheitswesens in Deutschland. Über 800 Fachleute gehören der DTL als Partner und fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörgeräteakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 90 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal.

Kontakt:
Deutsche Tinnitus-Liga e. V.
Sabine Wagner
Am Lohsiepen 18
42369 Wuppertal
Tel.: 0202 24652-24
Fax: 0202 24652-20
E-Mail: s.wagner@tinnitus-liga.de

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