Ziele

Unsere Ziele

Schon seit vielen Jahren wird immer wieder beklagt, dass Hörgeschädigte nicht mit einer Stimme sprechen. Es gibt in Bayern erfreulich viele Gruppen, Selbsthilfe-initiativen und Verbände, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Interessen von Hörbehinderten zu vertreten. Da sie aber eben nicht gemeinsam an die Entscheidungsträger herantreten, werden viele gute Anregungen und berechtigte Forderungen nicht genügend wahrgenommen.

So entstand die Idee, einen Zusammenschluss der Gruppen in einem übergreifenden Netzwerk zu wagen.

Aus der Idee wurde Wirklichkeit und 2012 war das Netzwerk Hörbehinderung Bayern (NHB) geboren. Unter Vorsitz von Volker Albert, dem Vorsitzenden der DTL, einigten sich die Vertreter des Netzwerks auf eine Reihe von Kernforderungen zur Unterstützung und Förderung von Hörgeschädigten in Bayern.

Hier nun in Kürze die Forderungen des NHB:

Barrierefreiheit

Was bedeutet das für Hörgeschädigte? Sie sollten, wie jeder andere Mensch auch, am öffentlichen Leben teilhaben können und dazu mit allen Hilfsmittel, die zu einem ausreichenden Sprachverstehen notwendig sind, ausgestattet werden. Das betrifft die Ausstattung von Räumen mit Induktionsanlagen oder entsprechenden Techniken. Zur Barrierefreiheit gehört auch die Bereitstellung von Gebärdendolmetschern oder Schriftdolmetschern sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln doppelte Informationsweitergabe über Durchsagen und digitale Anzeigetafeln (Zwei-Sinneprinzip)

Beratungsstellen

Wir fordern, dass hörgeschädigte Menschen von ausgebildetem Fachpersonal individuell und sachkundig beraten werden. Dazu müssen die Beratenden mit den unterschiedlichen Ausprägungen von Hörschädigung bis hin zur Gehörlosigkeit vertraut sein und angemessen auf die Bedürfnisse der Ratsuchenden reagieren können. Die Beratungsstellen sollen jederzeit auf dem neuesten Stand der medizinischen und technischen Entwicklung sein.NHB steht hier als Ansprechpartner zu Verfügung, da in ihm Vertreter aller Arten von Hörschädigung vertreten sind.

Bildung

Hier gilt, wie in jeder öffentlichen Einrichtung, die die Forderung nach Barrierefreiheit. Darüber hinaus ist wichtig, dass schwerhörige Schüler die Möglichkeit bekommen, an jeder von ihnen angestrebten Bildungseinrichtung zu lernen. Ein Parallelangebot von inklusiver Beschulung an Regelschulen und der Ausbildung an Förderschulen soll beibehalten werden. Das Angebot von Spezialklassen für Hörgeschädigte an Gymnasien muss erweitert werden. Lehrer, die hörgeschädigte Schüler an Regelschulen unterrichten, sollen intensiv auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Schüler müssen von den mobilen Diensten ausreichend betreut werden.

Beruf und Weiterbildung

Hörgeschädigte Arbeitnehmer müssen im Rahmen ihrer kommunikativen Möglichkeiten gleichberechtigten Zugang zu Arbeitsmarkt bekommen und dazu eine Arbeitsvermittlung erhalten, die ihren besonderen Bedürfnissen entspricht. Bei der beruflichen Weiterbildung müssen Hilfsmittel, die zu ausreichendem Verstehen der Betroffenen notwendig sind, breitgestellt werden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, alle für den Lärmschutz erforderlichen Maßnahmen durchzuführen.

Senioren

In Senioreneinrichtungen muss eine ausreichende HNO- Ärztliche Versorgung gewährleistet sein. Auf ausreichende Ausstattung mit Hörgeräten und Hilfsmitteln soll geachtet werden. Das Pflegepersonal ist im Umgang mit hörgeschädigten Menschen speziell zu schulen.

TV und Medien

Alle Sendungen sind zu untertiteln, Gebärdendolmetscher sollen eingeblendet werden können. Bei allen ausgestrahlten Sendungen soll eine zuschaltbare Tonspur ohne störende Musik- oder Geräuschuntermalung zur Verfügung gestellt werden.